Nehemia’s Wall
Uncovering Ancient Hebrew Sources of Faith - How Yom Teruah Became Rosh Hashanah
Original english text by Nehemia Gordon

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Die Enthüllung alter hebräischer Quellen des Glaubens - Wie Yom Teruah zu Rosh Hashanah wurde.


gepostet am 26. September 2014

Am
1. Tag des Siebten Monats (Tishrei) befehligt uns die Torah den heiligen Tag Yom Teruah zu halten, welcher bedeutet "Tag des Lärmens" (3.Mose 23:23-25; 4.Mose 29:1-6). Yom Teruah ist ein Tag der Ruhe an dem Arbeit verboten ist. Eines der einzigartigen Dinge bei Yom Teruah ist, daß die Torah keine Aussage darüber macht, was der Zweck dieses heiligen Tages ist. Die Torah gibt wenigstens einen Grund für alle andere heiligen Tage an und zwei Gründe für einige. Das Fest Matzot (Ungesäuerte Brote) bringt den Auszug aus Ägypten in Erinnerung, aber es ist auch eine Feier des Beginns der Gerstenernte (2.Mose 23:15; 3.Mose 23:4-14). Das Fest Shavuot (Wochen) ist eine Feier der Weizenernte (2.Mose 23:16; 34:22). Yom Ha-Kippurim ist ein nationaler Tag der Sühne wie in 3.Mose 16 detailliert beschrieben. Zum Schluss das Fest Sukkot (Laubhütten) erinnert an die Wanderung der Israeliten durch die Wüste und ist auch eine Feier des Einsammelns landwirtschaftlicher Früchte (2.Mose 23:16). Im Gegensatz zu all diesen Festen der Torah, hat Yom Teruah keinen klaren anderen Zweck, außer daß wir an diesem Tag zum Ruhen aufgerufen worden sind.
Dennoch, der Name von Yom Teruah beinhaltet einen Hinweis zu seiner Bestimmung. Teruah bedeutet buchstäblich einen lauten Lärm zu machen. Dieses Wort kann den Lärm, verursacht durch eine Trompete, beschreiben, aber es beschreibt auch den Lärm, erzeugt von einer großen Menschenversammlung in Jubelgeschrei und Einklang. (4.Mose 10:5-6) 
Zum Beispiel, 
"Und es soll geschehen, wenn man das Lärmhorn anhaltend bläst, wenn ihr den Schall der Posaune höret, so soll das ganze Volk ein großes Geschrei erheben; und die Mauer der Stadt wird an ihrer Stelle einstürzen, und das Volk soll  hinaufsteigen, wie ein Mann gegen sie". Josua 6:5

In diesem Vers kommt das Wort "schreien" zweimal vor, einmal in der Verbform von Teruah und ein zweites mal in der Form als Hauptwort Teruah. Obwohl dieser Vers den Schall des Schofars (Horn des Widders) erwähnt, beziehen sich die zwei Belege von Teruah nicht auf das Schofar. Tatsächlich bezieht sich, in diesem Vers, Teruah auf das Schreien der Israeliten, was den Fall der Mauern von Jericho zur Folge hatte.
Während die Torah nicht ausdrücklich die Bestimmung (Zweck) von Yom Teruah erläutert, dürfte der Name darauf hinweisen, daß dies als ein Tag des öffentlichen Gebetes geplant ist. Oft bezieht sich die Verbform auf das Schreien bei einer Versammlung von Gläubigen, die im Einklang zum Allmächtigen ausrufen: 
"Klatscht in die Hände, ihr Völker alle! Jauchzet Elohym mit fröhlichem Schall!" (Psalm 47:2)

"Jauchzet Elohym, alle Länder" (Psalm 66:1)

"Singet zu Elohym, der unsere Stärke ist, jauchzet dem Elohym Jakobs" (Psalm 81:2)

"Jauchzet zu Yehovah, alle Länder!" (Psalm 100:1)

In 3.Mose 23:24 wird Yom Teruah auch als Zichron Teruah bezeichnet. Das Wort Zichron wird manchmal als "gedenken" übersetzt, aber dieses Hebräische Wort bedeutet auch "erwähnen", oft im Bezug den Namen Yehovah auszusprechen. Zum Beispiel, 2.Mose 3:15; Yeshayahu 12:4; Yeshayahu 26:13; Psalm 45:18. Der Tag Zichron Teruah, der "Erwähnungs-Ruf", dürfte auf einen Tag der Versammlung zum öffentlichem Gebet, Bezug nehmen, in der die Menge der Gläubigen den Namen Yehovah im Einklang ausruft.
Heutzutage, nur wenige Menschen besinnen sich des biblischen Namens von Yom Teruah, stattdessen ist dieser Tag weit bekannt als "Rosh HaShana" was buchstäblich “Kopf des Jahres" bedeutet und deshalb auch "Neues Jahr". Die Umwandlung von Yom Teruah (Tag des Rufens) in Rosh HaShana (Neues Jahr) ist das Resultat heidnisch Babylonischen Einflusses auf die Jüdische Nation. Der Einstieg in die Umwandlung war die Aneignung der Babylonischen Monatsnamen. In der Torah, sind die Monate nummeriert als Erster Monat, Zweiter Monat, Dritter Monat, etc. (3.Mose 23; 4.Mose 28). Während ihres Aufenthalts in Babylon fingen unsere Vorfahren damit an die Babylonischen Monatsnamen zu gebrauchen, eine Tatsache die im Talmud bereitwillig zugegeben wird:

"Die Namen der Monate kamen mit ihnen aus Babylonien." (Jerusalem Talmud, Rosh Hashanah 1:2 56d)

Die heidnische Natur der Babylonischen Monatsnamen ist versinnbildlicht durch den vierten Monat bekannt als Tammuz. In der Babylonischen Religion, ist Tammuz der Gott des Getreides, dessen jährlichen Tod und Auferstehung, Fruchtbarkeit in die Welt brachte. Im Buch Ezekiel, beschreibt der Prophet eine Reise nach Jerusalem, in der er die Jüdischen Frauen im Tempel sitzen sah "weinen über Tammuz" (Ezekiel 8:14) Der Grund ihres Weinens über Tammuz war dieser, daß nach der Babylonischen Mythology, Tammuz getötet wurde, aber noch nicht auferstanden war. Im alten Babylonien war die Zeit des Weinens über Tammuz der frühe Sommer, wenn der Regen im ganzen Nahen Osten zu Ende geht und das Grün der Vegetation durch die sengende Sonne verbrennt. Bis zum heutigen Tage ist im Rabbinischen Kalender der Vierte Monat, als der Monat des Tammuz bekannt und es ist immer noch eine Zeit des Weinens und der Trauer.

Einige der Babylonischen Monatsnamen fanden ihren Weg in die späteren Bücher des Tanakh, aber sie erscheinen immer nebenher mit den Torah Monatsnamen. Zum Beispiel, Esther 3:7 sagt:
"Im ersten Monat, das ist der Monat Nissan, im zwölften Jahre des Königs Achashverosh.."

Dieser Vers beginnt mit dem Torahnamen für den Monat ("ersten Monat") und dann wird dieser Monat in sein heidnisches Pendant ("das ist der Monat Nissan") übersetzt. Zur Zeit Esthers, lebten alle Juden in den Grenzen des Persischen Weltreichs und die Perser wendeten den Babylonischen Kalender für ihre zivile Verwaltung ihres Gebietes an. Anfangs benutzten die Juden nebenbei die Torahnamen für die Monate, doch mit der Zeit wurde der Gebrauch von Torahnamen für die Monate, fallen gelassen. 
Als das Jüdische Volk sich mehr an die Babylonischen Monatsnamen gewöhnte, wurden sie gegenüber  anderen Babylonischen Einflüssen mehr empfänglich. Das ist ungefähr so, wie wenn Amerikanische Juden Hanukkah als eine Jüdische Version von Weihnachten halten. Die Beeinflussung fing an mit der scheinbar harmlosen Tradition an Hanukkah Geschenke zu überreichen. Bis zum Zeitpunkt daß die Juden in Amerika ankamen, war diese Tradition unbekannt und es ist immer noch eine Seltenheit in Israel, wo Hanukkah nicht mit Weihnachten um Herz und Verstand der Jüdischen Jugend wetteifern muß. Nachdem nun Hanukkah diesen relativ gehaltlosen Aspekt von Weihnachten annahm, wurde es noch reifer für gravierendere Einflüsse. Heute haben viele Amerikanische Juden den Brauch eingeführt, einen “Hanukkah Busch” aufzustellen, als eine Jüdische Alternative zum Weihnachtsbaum. Diese Juden wollten nicht gerade direkt Weihnachten adoptieren, also "Judahisierten" sie ganz einfach den Weihnachtsbaum und integrierten es in Hanukkah hinein. Dieses Beispiel zeigt, wie einfach man durch Praktiken fremder Religionen  beeinflusst werden kann, besonders wenn es im Ansatz Gemeinsamkeiten gibt. Die Tatsache, daß Hanukkah oft in die gleiche Zeit wie Weihnachten fällt, macht es für Amerikanische Juden normal, Elemente von Weihnachten in das Beachten von Hanukkah zu integrieren.
So wie die Juden in Amerika durch Weihnachten beeinflusst wurden, so wurden die alten Rabbis durch die heidnisch Babylonische Religion beeinflusst. Obwohl viel Juden nach Judea zurückkehrten, nachdem das Exil 516 BCE (vor unserer Zeitrechnung) offiziell endete, blieben die Vorfahren der Rabbis zurück in Babylonien, dort wo  rabbinisches Judentum langsam Gestalt annahm. Viele der frühbekannten Rabbis, wie Hillel I waren in Babylon geboren und unterrichtet. Sicher ist, Babylon blieb das Zentrum Babylonischen Heidentums bis zum Fall des Gaonat im 11. Jahrhundert CE. Sicher ist, heidnische Gottheiten tauchen im Talmud auf, aufbereitet als "Jüdische" Engel und Dämonen. (*Zwi Cahn)
Ein Bereich von Babylonisch religiösen Einfluss bestand in der Beachtung von Yom Teruah als eine Neu Jahr Feier. Seit sehr frühen Zeiten hatten die Babylonier einen lunar-solaren Kalender sehr ähnlich zum biblischen Kalender. Das Ergebnis war, daß Yom Teruah sehr oft auf das Babylonische Neujahr-Festival “Akitu” fiel.
Das Babylonische Festival Akitu fiel auf den 1.Tag von Tishrei, der mit Yom Teruah am 1. Tag des Siebten Monats zusammenfiel. Als Juden anfingen den "Siebten Monat" mit dem Namen "Tishrei" zu bezeichnen, bereitete dies den Weg Yom Teruah in ein Jüdisches Akitu zu verwandeln. Gleichzeitig wollten die Rabbis Akitu nicht direkt übernehmen, also Judahisierten sie dies, indem sie den Namen Yom Teruah (Tag des Rufens) in Rosh Hashanah (Neu Jahr) veränderten. Die Tatsache, daß die Torah keinen Grund für Yom Teruah gab, machte es für die Rabbis zweifellos leichter dies als das Jüdische Neu Jahr zu verkündigen. 
Es ist geradezu bizarr Yom Teruah als Neu Jahr zu feiern. Dieses biblische Fest fällt auf den ersten tag des Siebten Monats. Allerdings, im Kontext der Babylonischen Kultur, war dies vollkommen natürlich. Die Babylonier zelebrierten sogar Akitu, Neujahr, zweimal jährlich, einmal am ersten Tishrei und nochmal sechs Monate später am ersten des Nissan. Das erste Babylonische Akitu Fest fiel auf Yom Teruah und das zweite Akitu fiel auf das eigentliche Neujahr, in der Torah als Erster Tag des Ersten Monats, zusammen. Während die Rabbis Yom Teruah als Neujahr proklamierten, anerkannten sie immer noch, daß in der Torah der 1. Tag des "Ersten Monats" so wie der Name es andeutet, ebenfalls ein Neujahr war. Sie konnten dies schwer anhand von 2.Mose 12:2 ableugnen, wo es heisst:

"Dieser Monat soll euch der Anfang der Monate sein, er soll euch der erste sein von den Monaten des Jahres."

Der Kontext dieses Verses handelt von der Feier des Festes der Ungesäuerten Brote, was auf den Ersten Monat fällt. Im Lichte dieses Verses, konnten die Rabbis nicht verleugnen, daß der erste Tag des Ersten Monats ein biblisches Neujahr war. Aber im kulturellen Zusammenhang Babyloniens, wo Akitu zweimal als Neujahr gefeiert wurde, macht es durchaus Sinn, daß Yom Teruah ein zweites Neujahr sein konnte, obwohl es im Siebten Monat war.

Im Kontrast zum Babylonischen Heidentum, sagt oder setzt die Torah nicht voraus, daß Yom Teruah irgendwas mit Neujahr zu tun hat. Im Gegensatz, das Fest Sukkot (Laubhütten), welches genau zwei Wochen nach Yom Teruah stattfindet, wird in einem Vers als "den Ausgang des Jahres" erwähnt (2.Mose 23:16). Das wäre so, als wenn man im modernen westlichen Kalender den 15. Januar "den Ausgang des Jahres" bezeichnen würde. Die Torah würde Sukkot nicht  in dieser Art und Weise beschreiben, wenn sie die Absicht hätte, Yom Teruah als Neujahr zu zelebrieren.

Einige moderne Rabbis argumentierten, daß Yom Teruah in Ezekiel 40:1 auf Rosh Hashanah hinweist, was eine Vision des Propheten beschreibt, "im Anfang des Jahres (Rosh Hashanah) am Zehnten des Monats". Tatsächlich aber beweist Ezekiel 40:1, daß der Ausdruck "Rosh Hashanah" nicht "Neujahr" bedeutet. Stattdessen, beinhaltet der Ausdruck die wörtliche Bedeutung, dem "Kopf des Jahres", und bezieht sich auf den Ersten Monat im Torah Kalender. Der 10. Tag von Rosh Hashanah in Ezekiel 40:1 bezieht sich auf den 10. Tag des Ersten Monats.

Yom Teruah wird in der folgenden Bibelpassage erwähnt:

"Und Yehovah redete zu Mose und sprach: Rede zu den Kindern Israel und sprich: Im Siebten Monat, am Ersten des Monats, soll euch Ruhe (Shabbaton) sein, ein Gedächtnis des Posaunenhalls, eine heilige Versammlung. Keinerlei Dienstarbeit sollt ihr tun, und ihr sollt Yehovah ein Feueropfer darbringen". 3.Mose 23:23-25

"Und im siebten Monat, am Ersten des Monats, soll euch eine heilige Versammlung sein; keinerlei Dienstarbeit sollt ihr tun; ein Tag des Posaunenhalls soll es euch sein....." 4. Mose 29:1-6


Frage: Was ist mit 3.Mose 25:9?

Antwort: Einige Leute argumentieren, daß Yom Teruah als Neujahr gelten soll, weil es der Anfang des Schabatjahres sei. Indessen sagt die Torah nicht, daß Yom Teruah der Anfang des Schabatjahres ist und allen Anzeichen nach, fängt das Schabatjahr am 1.Tag des Ersten Monats an. Die Torah sagt folgendes:

"Und du sollst im Siebten Monat, am Zehnten des Monats, den Schall des Schofars ergehen lassen; an dem Versöhnungstage sollt ihr das Schofar ergehen lassen durch euer ganzes Land." (3.Mose 25:9)

Dieser Vers sagt aus, daß ein Schofar benutzt werden soll um die Ankunft des Jubeljahres anzukündigen, das 50ste Jahr im Sabbatischen System. Dies sagt nicht, daß das Jubeljahr am Tag der Versöhnung beginnt, es sagt nur, daß die bevorstehende Ankunft des Jubeljahrs am Tag der Versöhnung verkündet wird. Das Schofar wird im ganzen Land an Yom Kippur des 49sten Jahres geblasen, sechs Monate vor dem Beginn des kommenden Jubeljahres. Diese Interpretation wird durch den unmittelbar folgenden Kontext in 3.Mose 25 unterstützt. Vers 8 sagt aus, 49 Jahre zu zählen, in Vers 9 steht, das Schofar im ganzen Land erschallen zu lassen, und Vers 10 sagt das 50ste Jahr als das Jubeljahr zu verkündigen. Dies zeigt, daß die Ankündigung des neuen Jubeljahrs mit dem Schofar in Vers 9 durch das Land geht, bevor das Jubeljahr tatsächlich verkündet wird, in Vers 10.

Frage: Ist der Siebte Monat nicht der Beginn des landwirtschaftlichen Zyklus?

Antwort: In der Torah ist eigentlich die Mitte des Siebten Monats das Ende des landwirtschaftlichen Zyklus'. Im Land Israel wird das Getreide im Herbst angesät und im Frühjahr geerntet. Der neue landwirtschaftliche Zyklus würde bis zum Pflügen der Felder nicht wirklich beginnen. Das würde nicht stattfinden, bis die ersten leichten Niederschläge, den Boden befeuchten, um durch eiserne und hölzerne Pflüge gebrochen zu werden. Im Lande Israel könnte dies frühestens Mitte des Siebten Monats aber für gewöhnlich ist es der Achte Monat oder später. Nach der oberen Logik, müsste der Achte Monat als Beginn des Jahres betrachtet werden, nicht der Siebte Monat.

*Zvi Cahn,
The Rise of the Karaite Sect, New York 1937, pages 98–101. Cahn’s zentrale Thesis besagt, daß die Verweigerung der rabbinischen Leiter das tief-verwurzelte Babylonische Heidentum zurückzuweisen, welches den Babylonischen Judaismus infiltrierte, führte im frühen Mittelalter zur Entstehung der Karaiten, einer Zurück-zur-Bibel Bewegung. In diesem Zusammenhang liefert Cahn eine detaillierte Liste verschiedener heidnischer Einflüsse im rabbinischen Judaismus.